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Rechtsanwaltskosten

Eine wichtige Frage, vor der sich aber viele scheuen, betrifft die Kosten der anwaltlichen Tätigkeit.
Da diese ein sehr breites Spektrum umfasst und jeder Fall individuell ist, kann ein pauschaler Betrag konkret nicht genannt werden. Der Verlauf eines rechtlichen Problems kann sehr unterschiedlich sein, wo in dem einen Fall ein einzelner Brief das Problem schon löst, ist möglicherweise in dem nächsten Fall ein umfangreicher Rechtsstreit von Nöten. Wir klären Sie daher bereits im Vorfeld über die möglichen Kosten auf und beraten Sie, welche weiteren Schritte in Ihrer Angelegenheit angemessen und kostengünstig sind.


feste Kosten

Generell ist zu sagen, dass ein Anwalt sein Honorar nicht selbst festlegen darf. Anwaltsgebühren sind im Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) geregelt. Insbesondere in gerichtlichen Verfahren können die gesetzlichen Gebühren nicht durch Vereinbarungen unterschritten oder ein sogenanntes Erfolgshonorar vereinbart werden.
Im Rechtsanwaltsvergütungsgesetz ist genau festgelegt, welche Gebühren ein Anwalt für seine Tätigkeit berechnen darf. Es sieht mehrere Gebührenarten vor: Fest- und Rahmengebühren.
Die Rahmengebühren sind entweder gegenstandswertabhängig, sogenannte Satzrahmengebühren, oder es werden ein Mindest- und ein Höchstbetrag vorgegeben, sogenannte Betragsrahmengebühren.
Das gegenstandswertabhängige Honorar des Rechtsanwaltes richtet sich in den meisten Fällen nach dem Wert der Tätigkeit: Streiten sich die Parteien z.B. um Geld, entspricht der Wert dem Betrag der geltend gemachten oder abzuwehrenden Forderung. Bei Streitigkeiten, bei denen es nicht vordergründig um eine bestimmte Summe geht (etwa bei Scheidungen, Baugenehmigungen oder Kündigungen) ist der Wert teilweise den gesetzlichen Vorschriften, teilweise der Rechtsprechung zu entnehmen. Im gerichtlichen Verfahren wird er vom Gericht bestimmt. Diesem jeweiligen Gegenstandswert ist jeweils eine bestimmte Gebühr zugeordnet.
Nähere Informationen zum Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) finden Sie auf den Seiten der Bundesrechtsanwaltskammer (www.brak.de).


verhandelbare Kosten

Im Bereich der außergerichtlichen Beratung sind keine gesetzlichen Gebühren vorgesehen. Stattdessen legte der Gesetzgeber in § 34 RVG fest, dass für die außergerichtliche Beratung, für die Ausarbeitung eines schriftlichen Gutachtens und für die Tätigkeit als Mediator die Rechtsanwältin bzw. der Rechtsanwalt auf eine Gebührenvereinbarung hinwirken soll. Dies hat für beide Seiten den Vorteil, dass die Kosten von Anfang an überschaubar sind.
Wird keine Vereinbarung getroffen, erhält der Anwalt Gebühren nach den Vorschriften des Bürgerlichen Rechts. Ist der Mandant Verbraucher, erhält der Anwalt für diese Beratung oder für die Ausarbeitung eines schriftlichen Gutachtens eine Gebühr in Höhe von jeweils höchstens 250 Euro sowie für das Erstberatungsgespräch, welches nicht kostenlos ist, eine Gebühr in Höhe von höchstens 190 Euro zuzüglich Umsatzsteuer.


Rechtsschutzversicherung


Wenn Sie über eine Rechtsschutzversicherung verfügen, klären wir im Vorfeld für Sie ab, ob und welche Leistungen diese übernimmt. Falls die Versicherung Ihre Anwaltsgebühren übernimmt, rechnen wir diese direkt über die Rechtsschutzversicherung ab.


Beratungs- und Prozess- / Verfahrenskostenhilfe

Falls Sie über ein niedriges Einkommen verfügen, sichert das Beratungshilfegesetz (BerHG) gegen eine geringe Eigenleistung die außergerichtliche Rechtsberatung und Rechtsvertretung ab. Wenn eine gerichtliche Auseinandersetzung unumgänglich ist, gibt es die Möglichkeit der Prozess- bzw. Verfahrenskostenhilfe (PKH/ VKH).
Für diesen Fall werden wir Sie auch beraten und die nötigen Anträge für Sie stellen. Scheuen Sie sich nicht, uns hierauf anszusprechen.